Durch Hildesheim entlang der Rosenroute

Hildesheim hat für mich, Lisa, eine ganz eigene Bedeutung. Hier wurde ich geboren, hier bin ich zur Schule gegangen. In Hildesheim direkt habe ich nie gewohnt, sondern außerhalb in einem kleinen Dorf unweit von Hildesheim. Trotzdem war mein Lebensmittelpunkt in Hildesheim: hier traf man sich mit den besten Freunden, besuchte die Tanzschule und ging das erste Mal in die Disco. So lernte ich Hildesheim lieben und bis heute hat es einen hohen Stellenwert für mich. Hildesheim liegt in der Nähe von Hannover und ist für seine Altstadt bekannt. Deswegen haben wir einen Sonntag genutzt und haben Hildesheim erkundet – entlang der Rosenroute. Doch was ist eigentlich die Rosenroute?
Die Rosenroute ist eine Route, die an den historischen Punkten der Stadt vorbeiführt. Markiert wird diese Strecke durch Rosenpflastersteine, die im Boden eingelassen sind. Die Rose ist das Wahrzeichen der Stadt. Im Hildesheimer Dom wächst der tausendjährige Rosenstock. Weil es mehr als 50.000 Rosengewächse in Hildesheim gibt, wird sie auch Rosenstadt genannt. Die Rosenroute ist etwa 5 km lang. Man kann sie aber auch, wenn gewünscht, abkürzen. Hier sind unsere #8 Spots entlang der Rosenroute, die man in Hildesheim nicht verpassen sollte.

 

#1 Hildesheimer Marktplatz

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Die Rosenroute startet und endet am Hildesheimer Marktplatz. Wenn ihr mit dem Auto nach Hildesheim kommt, dann solltet ihr im Ratsbauhof parken. Dort sind die Parkplätze günstig und das Parkhaus ist sehr übersichtlich. Solltet ihr mit dem Zug anreisen, so müsst ihr vom Bahnhof die Fußgängerzone bis zum Marktplatz hochlaufen. Der Marktplatz von Hildesheim ist wunderschön und hat diesen gewissen Altstadtcharme. Hier findet man das Rathaus von Hildesheim. Es hat ein Glockenspiel, welches um 12 Uhr, 13 Uhr und 17 Uhr spielt. Bekannter am Marktplatz ist das Knochenhaueramtshaus. Dabei handelt es sich um ein im 2. Weltkrieg zerstörtes Fachwerkhaus, welches aber originalgetreu rekonstruiert wurde. Im Knochenhaueramtshaus ist heute das Stadtmuseum und ein Restaurant. Vor allem die Fassade lockt immer wieder Besucher an, da diese durch viele kleine Schnitzereien und Bilder verziert wurde. Neben dem Knochenhaueramtshaus wird der Marktplatz außerdem vom Wedekindhaus, in dem sich heute die Zentrale der Sparkasse Hildesheim befindet, geprägt. Auch dieses ist ein altes Fachwerkhaus. Weiter findet man das Tempelhaus – ein Patrizierhaus, in welchem sich die Stadtbibliothek befindet – das Bäckeramtshaus und das Rokokohaus im Rokokostil, welches das Van der Valk Hotel beherbergt. Auf dem Marktplatz befinden sich kleine Cafés, in dem man zum Genießen verweilen kann. Wir finden, dass es einer der schönsten Marktplätze Deutschlands ist.

 

#2 Hildesheimer Altstadt

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Vom Marktplatz aus bahnt man sich den Weg durch die Judenstraße, überquert die Schuhstraße und kommt zur Kreuzkirche. Von dort aus geht es Richtung Kesslerstraße und befindet sich nun in der Altstadt Hildesheims. Die Altstadt ist von kleinen Fachwerkhäusern geprägt und liegt verkehrsberuhigt. Hildesheim liegt an der Innerste und wurde in der vorfränkischen Zeit an einer Furt dieser gegründet. Dort lag der Punkt, an dem man die Innerste überquerte, wenn man auf dem West-Ost-Handelsweg, dem Hellweg, unterwegs war. Im zweiten Weltkrieg wurde Hildesheim zu großen Teilen zerbombt. Zum Glück sind die kleinen Fachwerkhäuser unversehrt geblieben. Heute leben etwa 100.000 Menschen in Hildesheim. Auch das Wahrzeichen von Hildesheim findet sich immer wieder in der Altstadt: Vor den kleinen Fachwerkhäusern sind immer wieder gepflanzte Rosenstöckezu sehen. So strahlt die Altstadt eine ganz romantische Ruhe aus, die zum Spazieren einlädt.

 

#3 Kehrwiederwall und Kehrwiederturm

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Nicht unweit der Altstadt liegt der Kehrwiederwall. Dabei handelt es sich um eine kleine grüne Oase in Hildesheim. So läuft man durch einen Waldstreifen. Das wundervolle ist, dass der Kehrwiederwall wie ein Deich höher gelegen ist und man so von hinten auf die Altstadt blicken kann. Das Bild wird durch die kleinen schiefgebauten Fachwerkhäuser geprägt. Außerdem kann man sehr gut auf den Turm der Andreaskirche schauen. Am Ende des Kehrwiederwalles steht dann der Kehrwiederturm. Dabei handelt es sich um einen von vier Türmen der Befestigungsanlage des historischen Hildesheims. Die anderen drei Türme sind leider zerstört worden. Der Kehrwiederturm wurde 1300 erbaut und ist etwa 30m hoch. Heutzutage stellt der Kunstverein Hildesheim dort einige Stücke aus und man kann dort auch standesamtlich heiraten.

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#4 Godehardikirche

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Vom Kehrwiederturm ist die Godehardikirche nicht weit. Hier haben wir auf unserem Rundgang den Sonnenuntergang genossen. Die Basilika wurde im 12. Jahrhundert vom Bischoff Godehard erbaut. Der Baustil ist hochromanisch und besticht durch seine Einfachheit. Vor der Godehardikirche ist eine große Rasenfläche auf der wir eine kleine Pause einlegten. Der Platz um die Kirche ist weitläufig. Am Rand des Platzes findet man außerdem das Wernerhaus, auch ein Fachwerkhaus, das sich durch viele detaillierte Schnitzereien hervorhebt. Für uns war es der perfekte Ort zum Verweilen und genießen. So viele schöne Farben hatten wir von Hildesheim schon genossen und so einige Punkte hatten wir noch vor uns.

 

#5 Dom St. Mariä Himmelfahrt

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Nach dem Sonnernuntergang gingen wir weiter Richtung Dom. Leider war der Dom schon geschlossen. Wenn ihr nur einmal in Hildesheim seid, dann solltet ihr auf jeden Fall während der Öffnungszeiten beim Dom vorbeischnuppern, denn im Domhof steht der 1000-jährige Rosenstock, das Wahrzeichen und Namensgeber der Rosenroute. Neben dem Rosenstock sind außerdem Türen aus Bronzegüssen bekannt, die seinerzeit Bischoff Bernward in Auftrag gegeben hatte. Von innen kann man die Bernwardstüren lange betrachten: Auf ihnen befindet sich die Heilsgeschichte in Form von kleinen Bildern. Wir haben uns einfach den Dom von außen angesehen. Der Hildesheimer Dom ist im frühromanischen Stil erbaut. Das war aber nicht immer so: Vor der Zerstörung Hildesheims im 2. Weltkrieg war die Bauweise des Doms im Barockstil. So ist heutzutage der Dom ein schlichtes aber pompöses Gebäude. Gleich neben dem Dom befindet sich das Roemer-Pelizaeus-Museum, das für seine Ägyptenausstellungen bekannt wurde. Im Nil, dem Museumcafé kann man sich gut stärken.

 

#6 Michaeliskirche

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Die Michaeliskirche erreicht man, wenn man vom Museum die Burgstraße heraufläuft. Und dann steht man vor ihr: Die Michaeliskirche ist seit 1985 UNESCO-Weltkulturerbe. Bischof Bernward lies die Kirche im vorromanischen Stil erbauen. Früher war die Michaeliskirche eine katholische Kirche, allerdings wurde sie umgeweiht und ist nun evangelisch. Nur die Krypta von St. Michaelis ist noch katholisch geweiht. Vor allem die Deckenbemalung der Michaeliskirche ist bekannt. Im Hauptschiff der Kirche ist die Decke aus Holz und darauf abgebildet ist der Jessebaum. Des Jessebaum stellt die Abstammung von Jesus Christus dar. Ihr kennt die Michaeliskirche, wisst aber nicht woher? Vielleicht scheint sie euch ein Begriff zu sein, weil sie auf einer Sonderprägung der 2 Euro Münze abgebildet war. Die Michaeliskirche wird aufgrund ihrer besonderen Form öfter als der Hildesheimer Dom als Wahrzeichen von Hildesheim abgebildet.

 

#7 Andreaskirche

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Ja, noch eine Kirche: die Andreaskirche. Nun geht es wieder Richtung Hildesheimer Marktplatz. Dann trifft man auf die St. Andreas Kirche im gotischen Baustil. Sie sieht ganz anders aus als alle vorher auf dem Weg liegenden Kirchen. Die Andreaskirche weist einen hohen Kirchturm und ein relativ schlichtes Kirchenschiff auf. Mit einer Kirchturmhöhe von 114,5 m isst es der höchste Kirchturm von Niedersachsen. Diesen kann man natürlich auch erklimmen: 364 Stufen bringen einen zum perfekten Panoramapunkt von Hildesheim. Gleich neben der Andreaskirche steht der Zuckerhut. Der Zuckerhut ist ein rekonstruiertes Fachwerkhaus, der den Humor der Hildesheimer Bauweise aufdeckt. Da Grundstückspreise schon früher sehr teuer waren, haben sich die Hildesheimer lieber kleine Grundstücke gekauft. Deswegen wurden die Häuser wie ein umgedrehter Zuckerhut gebaut: Je höher die Etage, desto mehr Grundfläche wurde für die Etage eingeplant.

 

 

Keine zwei Minuten von der Andreaskirche liegt wieder der Hildesheimer Marktplatz. Wir hatten nun die komplette Rosenroute abgelaufen. Also gönnten wir uns im Café Venezia ein kühles Getränk und genossen die sommerliche Abendstimmung auf dem historischen Marktplatz. Hildesheim, so viel Heimat und so viel Geschichte. Vielen Dank, dass wir wieder mal ein Teil von die sein durften.

 

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6 Gedanken zu “Durch Hildesheim entlang der Rosenroute

  1. Die Stadt hat ja einen ganz besonderen Charme… Wenn ich mal bei meinen Verwandten in Hannover bin, muss ich unbedingt mal einen Ausflug nach Hildesheim planen. Die Rosenroute klingt spannend 🙂
    Viele Grüße
    Maria

    1. Hallo Maria,

      Hildesheim besticht wirklich durch seine Altstadt. Für die Route solltest du einen halben Tag bis einen Tag planen, je nachdem, ob du in die Kirchen möchtest oder lieber nur anläufst. Sag doch mal Bescheid, wenn du da bist, damit wir auch deine Eindrücke kennenlernen!

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