Dublin: Die schöne Hauptstadt Irlands

Auf unserer Reise nach Irland durfte eins natürlich nicht fehlen: Dublin. 3 Nächte verbrachten wir in der wundervollen Stadt, um diese ausgiebig zu erkunden. Wir wollten Dublin sehen, schmecken, fühlen und hören. Wir wählten ein etwas größeres Hotel mit Frühstück am Ufer des Liffey und gleich fußläufig von der Straßenbahn (die wir im Nachhinein gar nicht brauchten, da in Dublin alles gut zu Fuß erreichbar ist!). Die Lage abseits der Temple Bar fanden wir übrigens perfekt, da in Dublin doch viel gefeiert wird und in diesem Stadtteil immer viel los ist. Auch wenn die Pubs geregelt nur bis Mitternacht aufhaben, so halten sich dann doch eher wenige daran.
Es gibt übrigens verschiedene Hopp-On&Off Busse, für die man ein 48 Stunden Ticket kauft und dann überall herumfahren kann. Das fanden wir sehr schön, da wir einmal alles abgefahren sind und dann an verschiedenen Stellen ausgestiegen sind. Da der Bus direkt vor unserem Hotel hielt, konnten wir so auch gut unsere Shoppingbeute transportieren. Doch nun genug von den vielen organisatorischen Details. Taucht ein in die gemütliche Hauptstadt der grünen Insel: Dublin mit seinen bunten Facetten.

 

#1 Bierkult im Guinness Storehouse

Zu Dublin gehört Guinness wie das Amen in die Kirche. In jedem Pub wird es verkauft und überall findet man Werbeplakate oder das Logo der Brauerei. Das Bier wird seit 1759 am St. James’s Gate gebraut. Die Brauerei liegt also mitten im Herzen der Hauptstadt und ist nicht zu übersehen. Übrigens: Der Pachtvertrag wurde seinerzeit für 9.000 Jahre abgeschlossen und ist somit noch bis 10759 gültig. Die Brauerei ist also auch in Zukunft aus Dublin nicht mehr wegzudenken.

Wir lieben Guinness und deswegen war von Anfang an klar, dass wir das Guinness Storehouse besuchen werden – auch wenn es mit 16 Euro pro Erwachsenem nicht gerade günstig ist. Aber was soll’s? Dafür wird einem auch echt viel geboten: Auf sieben Stockwerken findet man alles über die Geschichte und die Braukunst der schwarzgoldenen irischen Getränks. Schon der Eingang mit seinem blaubeleuchteten Wasserfall lässt die Augen groß werden. Mit einem Audioguide, den es natürlich auch auf deutsch gibt, streift man durch die Gänge. Im Preis mit inbegriffen ist das sogenannte Biertasting: Erst kann man die einzelnen Bestandteile mit dem Geruchssinn erkunden und fühlt sich dann ganz wie ein Braumeister, der ein Guinness aus einem kleinen Schnapsglas genießt und eben tastet. Nur ein Schnapsglas? Zum Glück kriegt man auch einen Gutschein für ein 0,5l Guinness – entweder selbst gezapft in Stockwerk 5 oder in der Gravity Bar auf Stockwerk 7 mit einem phänomenalen Blick über Dublin. Wir entschieden uns für Variante zwei und tranken so schon um 14 Uhr unser erstes Guinness. Für den Besuch solltet ihr etwa einen halben Tag einplanen. Es gibt wirklich viel zu entdecken. Der Hopp-On&Off Bus hält hier übrigens. Wir sind vom Hotel zu Fuß zum Guinness Storehouse, das war nicht allzu weit. Andere kommen mit urigen Kutschen. Es ist immer voll, deswegen empfehlen wir die Tickets vorab übers Internet zu buchen.


#2 Schrecken im Kilmainham Gaol

 

Die Kulisse ist so manch einem aus Filmen bekannt: Kilmainham Gaol das ehemalige Gefängnis von Dublin. Es wurde 1796 eröffnet und der letzte Gefangene verließ das Gefängnis im Jahre 1924. Bei der Eröffnung war es ein Vorreiter der Gefängnisse und galt als modernstes Gefängnis Europas. Es gab einige bekannte Insassen wie beispielsweise Henry Joy McCracken, der Gründer der Bewegung „United Irishmen“ war. Er wurde im Innenhof gehängt. Während der Hungersnot im 19. Jahrhundert in Irland nahm die Anzahl der Straftaten zu. Immer mehr Insassen füllten das Gefängnis, sodass Ein-Mann-Zellen sogar von bis zu 5 Insassen genutzt werden musste. Unter den Sträflingen waren vor allem viele Kinder und Frauen. Ab 1881 wurde Kilmainham Gaol zu einem Männergefängnis. Weibliche Gefangene wurden in andere Gefängnisse überführt. Im 19. Jahrhundert wurde es als Vorstation der Deportation von Sträflingen nach Australien genutzt. Insgesamt wurden mehr als 4.000 Insassen deportiert. Nach Entlassung des letzten Häftlings De Valera, der übrigens später Premierminister und dann Präsident von Irland wurde, wurde das Gefängnis geschlossen. Erst 1960 wurde mit der Restauration des Gefängnisses begonnen. Seit 1986 wird es als historisches Museum genutzt.

Wir fanden vor allem den Gang durch die Gefängniszellen sehr beeindruckend. Ein bisschen gruselig ist es schon, da die tristlosen Mauern zeigen, wie schwer eine Zeit in den Zellen ist. Für Gefangene galt ein absolutes Redeverbot. Auch der Hof, der für den Auslauf gedacht war, wirkte nicht schöner. Keine Bäume, nur hohe graue Mauern. Hier liefen die Gefangenen im Kreis und mussten Bibelpsalme aufsagen. Wer sich nicht dran hielt, wurde mit Essensentzug und Folter bestraft. Wie gut, dass wir nur zu Besuch waren und nach zwei Stunden das Gefängnis wieder verlassen durften. Trotzdem war es sehr interessant.

 

#3 Religiöse Momente an der St. Patrick’s Cathedral

Mitten in der Stadt ragt sie empor: die St- Patrick’s Cathedral. Früher lag sie noch außerhalb der Stadtmauern. Viele denken, dass sie die wichtigste Kirche in Dublin ist. Durch den imposanten Bau wirkt die Kathedrale auch ganz wichtig. Der Sitz des Bischofs ist jedoch in der nahe gelegenden Christ Church. Die St. Patrick’s Cathedral brannte in seinen früheren Jahren bis auf die Mauern wieder. Die Guinness Familie investierte 1860ern ihr Geld und ließ die Kathedrale wieder aufbauen. Leider brannten auch viele Baupläne mit ab, sodass man nicht mehr nachweisen kann, welche Bauteile noch original nachgebaut wurden. Der viktorianische Stil bestimmt das Architekturbild. Für uns war der Besuch sehr faszinierend, da die St. Patrick’s Cathedral einfach hinter den Gebäuden empor ragt und durch seine wundervoll gestaltete Steinfassade besticht.


#4 Verbundenes Dublin: Ha’penny Bridge

Das Wahrzeichen der Stadt: die Ha’penny Bridge. Sie verbindet Dublin über den Liffey hinweg und ist nur für Fußgänger zugänglich. Auf 43 m Länge und 3,7 m breite überquert man den Fluss, der sich durch die Hauptstadt schlängelt. Da sie den Stadtteil Temple Bar mit dem Gentlemen’s Walk verbindet, wird die Ha’penny Brigde von vielen Menschen genutzt. Sie wurde 1816 gebaut und ersetzte damit eine Fähre. Eigentlich heißt die Brücke Liffey Bridge, der bekanntere Name Ha’penny Bridge ist auf die Geschichte der Brücke zurückzuführen. Der Fährbetreiber bekam die Auflage auf eigene Kosten seine Fähre zu erneuern oder eine Brücke zu bauen. Er entschied sich für die Brücke. Damit bekam er das Recht zugesprochen, dass er 100 Jahre lang eine Art Maut für die Brücke erheben durfte. Diese lag bei einem halben Penny, die er an einer Art Drehkreuz vereinnahmte. 1919 wurde die Nutzungsgebühr abgeschafft und die Brücke ist somit für jeden frei zugänglich. Bis zum Jahr 2000 war sie die einzige Fußgängerbrücke in Dublin über den Liffey. Zum Millenium wurde die Millenium Bridge gebaut, die aber nie so beliebt wie die Ha’penny Bridge wurde.

 

#5 Wissensdurst am Trinity College

In 1592 gegründet und somit eine der ältesten Universitäten weltweit: das Trinity College. Vorbilder für diese Universität waren die Universitäten Oxford und Cambridge, die einen föderativen Charakter aufweisen. Das Trinity College wurde aber nur als konstituierendes College der University of Dublin eingerichtet. Das Trinity College liegt mitten in der Innenstadt und ist nicht zu verfehlen. Es gibt viele Highlights wie zum Beispiel die alte Bibliothek oder eine Kapelle. Wir haben unsere Zeit am Trinity College eher auf dem Gelände genutzt. Wir sind an der Gebäuden langgeschlendert und haben Sonnenstrahlen in der Parkanlage genossen. An der Kampanile, ein 30 m hoher Glockenturm, schossen wir einige Fotos und aßen unsere Sandwiches auf einer Bank. Der Studenten- und auch Touristentrubel konnte uns hierbei nicht stören. Die Anlage ist einfach wunderbar um mal runterzukommen. Hier bleibt die Welt einen kurzen Augenblick stehen.

#6 Urige Pubzeiten in Temple Bar

 

Was sollen wir viel zum Stadtteil Temple Bar sagen? Es ist die Perfektion der Vorstellungskraft von Dublin. Am Straßenrand säumen sich viele kleine Pubs aus denen Musik und Gelächter klingt. Außerdem gibt es viele kleine Restaurants und Schnellimbissecken, wo man Fish’n’Chips kaufen kann – haben wir natürlich auch, aber oft braucht man diesen Geschmack nicht. Der Pub Temple Bar war übrigens mega überfüllt, deswegen haben wir uns lieber einen anderen Pub gesucht. Beziehungsweise mehrere, da wir ja mehrere Tage da waren. Nachmittags um vier sind die Pubs auch schon richtig voll. Hier wird das Guinness beim Pferderennen getrunken. Wer übrigens sagt, ass Dublin richtig teuer sei: Wir fanden, dass die Eintrittspreise es in sich haben. 5,50 Euro bis 6 Euro für ein 0,5 l Guinness mit Livemusik und dem richtigen Flair finden wir jedoch angemessen. Wer essen geht, kann sich auch nicht beschweren. Das Preis-Leistungsverhältnis innerhalb von Restaurants ähnelt dem deutschen. Ansonsten fehlen uns einfach die Worte. Wir haben die Pubs geliebt – den ganzen Stadtteil geliebt – ganz Dublin geliebt. Das muss man einfach  erlebt haben.

#7 Faszination Architektur an der Christ Church Cathedral

Die Christ Chruch Cathedral ist im Gegensatz zu der St. Patrick’s Cathedral etwas kleiner. Trotzdem ist sie der Sitz des Bischofs. Erste Bauabschnitte wurden im Jahre 1038 von den Wikingern errichtet – zunächst als Holzkirche am Ufer des Liffeys. Ab 1871 wurde sie dann komplett saniert und ausgebaut. Die Kathedrale in Basilikaform ist im frühgotischen Stil gebaut. In der Christ Church liegt Strongbow, der 2. Earl von Pembroke, begraben. Auch die Christ Church liegt mitten in der Stadt und ist fußläufig zu erreichen.

 

Unser Fazit: Irland ist wunderschön, Dublin ist einfach gemütlich. Für uns als Guinness-Liebhaber ist Dublin außerdem ein absoluter Genuss. Wir haben unsere Tage auf der grünen Insel sehr genossen. Die Menschen dort sind immer offen und sehr hilfsbereit. Traurigkeit überkam uns, als wir abreisen mussten. Aber wir wissen beide, dass wir irgendwann wieder kommen und vielleicht finden wir dann auch einen Leprechaun am Ende des Regenbogens, der mit einem Kessel voll Gold auf uns wartet. Oder ist Irland selbst das Gold und das Glück?! Das muss jeder selbst entscheiden.

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2 Gedanken zu “Dublin: Die schöne Hauptstadt Irlands

  1. Oh ja Dublin und vor allem Irland ist echt toll! Ich war 2015 für eine Reise von Dublin über den Süden bis Galway dort und hab mich schon nach kurzer Zeit in Land und Leute verliebt. Auch Dublin hat mir sehr gut gefallen. Ich muss auch definitiv bald mal wieder hin 🙂

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