Winterwonderland Harz

Der Harz ist von Hannover nur etwa 1 Stunde Fahrt entfernt. Viel zu wenig sind wir eigentlich in der tollen Landschaft. Nun hatten wir ein Wochenende Zeit, also Wanderschuhe geschnürt und rein ins Auto. Wir nehmen euch heute mit auf unsere winterliche Reise durch den tollen Tannenwald bedeckt von Schnee.

#1 Wernigerode – die bunte Stadt im Harz

Im Herzen des Harzes liegt das verschlafene Städtchen Wernigerode: unser erster Stopp auf der Route. Wir wollten einfach mal die Stadtluft schnuppern. Etwa 35.000 Menschen wohnen hier. Wir waren direkt im Stadtzentrum und haben uns rund um das Rathaus aufgehalten. Das im Fachwerkstil in 1277 gebaute Gebäude brannte 1521 komplett ab und wurde dann in dem jetzigen Stil neu errichtet. Es gilt als eines der schönsten Rathäuser Deutschlands. Da können wir nur zustimmen. In Wernigerode gibt es außerdem das Wernigeröder Schloss. Das steht auf jeden Fall beim nächsten Mal auf unserer Liste.

#2 Torfhaus – Touristenattraktion im Harz

Wir hatten uns vorab informiert, welche Orte im Harz ganz wunderbar sein sollten und immer wieder stießen wir auf den Ort Torfhaus. Dabei handelt es sich um eine kleine Siedlung. Na, dann wollen wir doch mal da hin. Schon 15 Minuten vor Ankuft gerieten wir mitten im Harz in einen Stau, die Autos parkten schon am Straßenrand. Um Gottes Willen, was war denn da los? Bis wir einen Parkplatz hatten dauerte es einige Zeit und er war zu allem Überfluss noch im Halteverbot – das schien dort aber niemanden zu interessierten. Den Rest des Weges legten wir zu Fuß zurück. Und da war er, unser Horror: beim Torfhaus handelt es sich um einen überfüllten Ort. Für Familien perfekt, da es hier verschiedene Rodelbahnen gibt, für uns einfach viel zu voll. Sowas wollten wir nicht. Also kauften wir nur ein Getränk und gingen zurück. Und landeten im Paradies…..

#3 Verwunschene Wege im Harz

Nicht unweit von Torfhaus hatten wir einen kleinen Waldweg gesehen, also machten wir uns auf, ließen das Auto einfach stehen und gingen hinein in den Wald. Keine Menschenseele war dort. Noch 500 m weiter drängelten sich alle an den Rodelbahnen und Würstchenständen, dabei lag die Schönheit gleich nebenan. Also Kamera raus und rein ins Schneevergnügen.

Die dicken schneebedeckten Tannen erinnerten uns an einen kleinen Märchenwald und wir waren fasziniert, wieviel Schnee die Äste tragen konnten. Der Weg war planiert und so war es für uns ein einfaches durch den Wald zu schlendern. Doch wer vom Weg abkam, der steckte knietief im Schnee.

Wie Kinder fühlten wir uns, einfach 20 Jahre jünger. Schneebälle zischten durch die Luft, wir schubsten uns in den Tiefschnee. Ach, wie schön ist es, wenn man seine kindliche Seite wieder entdeckt. Im Schnee kann man diese Seite nicht mehr verstecken. Wir hatten unsere Jacken und Schuhe angezogen, die wir für Norwegen gekauft hatten. Eine gute Wahl, wie sich herausstellte.

Dann kamen wir auf einen Streckenabschnitt, auf dem eine Loipe eingefahren wurde. Langläufer kreuzten unseren Weg. Außerdem kamen uns einige Familien mit Schlitten entgegen. Das Straßenschild zeigte uns warum. Wir bewegten uns wieder in Richtung Torfhaus. Naja, nun keine schlechte Wahl, da stand ja unser Auto und bis dort waren es noch etwa 2,5 Kilometer. Warum also nicht. Es waren wirklich nicht viele Leute, die uns entgegen kamen und somit war unser Weg immernoch einfach wunderbar.

Unser Weg schlängelte sich weiter durch den schneebedeckten Wald. Kalt war es nicht wirklich. Dazu waren wir viel zu verspielt. So ein wunderbaren Weg sind wir noch nie gelaufen. Vielleicht lag es aber wirklich einfach nur am Schnee.

#4 Blick auf den Brocken

Unser Weg endete an den Rodelbahnausläufern von Torfhaus. Und nun erkannten wir auch hier die Schönheit des Ortes. Vor uns öffnete sich der Wald und gab einen wunderschönen Blick auf den Brocken in der Abendsonne frei. Majestätisch trohnt er auf der gegenüberliegenden Seite und schimmerte in Orange- und Rosetönen. Sofort stand fest: das nächste freie Wochenende werden wir zum Brocken fahren.

Unser Tagesausflug war wunderschön.  Zum Abschluss suchten wir uns in Goslar ein kleines rustikales Restaurant, in dem wir uns stärkten. Nach einer heißen Dusche fielen wir dann kaputt ins Bett. Doch es hatte sich gelohnt: Wir hatten den Winter in seinen schönsten Farben gesehen.

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7 Gedanken zu “Winterwonderland Harz

  1. Oh! WOW! Ich liebe Schnee und bei mir in Köln hat man so wenig davon *heul* Aber man kann ja nicht alles haben. Dennoch werde ich ganz nostalgisch, wenn ich so tolle Bilder von so viel Schnee sehe und von Menschen lese, die praktisch das Privileg haben, den Winter mit allem was dazugehört, zu genießen 😉 Großartig! Danke für den tollen Bericht.
    Viele Grüße
    Maria

    1. Liebe Maria.

      Köln ist aber auch toll. Mein Bruder lebt dort und ab und schnuppern wir köllsche Luft. Vielleicht kannst du ja mal ein Wochenende in den Harz fahren. Es lohnt sich so sehr!

      Liebe Grüße
      Lisa

  2. Herrlich, wie schön der Winter sein kann! Ich kann Euch gut verstehen, dass Ihr dem Trubel entflohen seid und die Ruhe in der Natur gesucht habt. Genau das tun wir auf unseren Reisen auch.

  3. Oh man, der Harz im Winter – was für ein Traum. Und dann ist der bei euch auch noch direkt um die Ecke, ihr Glücklichen. Ich muss meinen Freund mal überreden, den Ausflug mit mir zu machen, denn im Schnee rumturnen, das bringt auch meine Augen zum Leuchten:) Nur Torfhaus werden wir dann wohl eher meiden, so Menschenmassen im Naturabenteuer sind dann auch nicht so meins. Dann lieber gleich zum Brocken. Danke für den Tipp:)

    Liebe Grüße
    Nicole von PASSENGER X

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