Bem-vindo a Portugal

„Wir brauchen Sonne!“ Nach unserem eisigen Aufenthalt in Prag zog es uns in die Wärme. Eigentlich stand Brasilien auf dem Plan, doch dann kam ganz unverhofft ein tolles Jobangebot ins Haus geflattert. Also entschieden wir uns gegen Brasilien und für Lisa’s neuen Job. Bedeutete allerdings auch, dass wir bis Ende März nur 8 Urlaubstage verplanen konnten – davon gingen schon zwei für Prag drauf. Wo soll es also Alternativ hingehen? Wir entschieden uns für die Vorfahren Brasiliens: Portugal. Da wollten wir immer schon hin und nach der Reisekostenberechnung konnten wir gar nicht mehr nein sagen: insgesamt lagen wir bei 800 Euro für beide (Flug, Ferienhaus, Hotel in Lissabon & Faro, Mietwagen). Hättet ihr da Nein gesagt? Dazu kommt, dass Portugal einfach viel zu bieten hat – kulturell, kulinarisch und fotografisch. Los geht’s. Wir zeigen euch unsere Lieblingsorte in Portugal.

#1 Unser Ferienhaus

Ja, das wollen wir euch nicht vorenthalten – und wir empfehlen es ganz ohne Hintergedanken (wir verdienen weder Geld an der Empfehlung noch hatten wir eine Kooperation). Wir sahen uns nach günstigen Hotels um, doch irgendwie konnte uns nichts überzeugen. Und dann stießen wir auf die Perle von Portugal: Vila Odysseus. Eine kleine fincaähnliche Anlage ca. 30 Minuten vom Meer entfernt. Wir hatten die kleine Wohnung und waren wirklich überrascht, was wir für gesamt 160 Euro für neun Nächte zu zweit bekamen: eine frisch renovierte ca. 45 qm große Wohnung bestehend aus Küche, Schlafzimmer und Bad. Die ganze Anlage war sehr sauber, Pools stehen auch zur Verfügung. Vor allem morgens haben wir immer wieder geschwärmt, wenn wir den Blick über das Inland streifen ließen: die Vila Odysseus liegt zwischen Orangenplantagen in der Nähe von Alcantarilha. Bei erster Anfahrt muss man ein bisschen suchen, aber die Anlage entschädigt. Wenn ihr also was super tolles sucht, dann bucht Vila Odysseus. Wir hätten für diese Qualität auch mindestens das dreifache gezahlt. Und einen Bonus gibt es auch noch: dem Vermieter gehören umliegende Orangenplantagen und so konnten wir jeden morgen frische Orangen genießen, die wir von unserem Gastgeber bekamen.

#2 Die Felsalgarve

Vor allem deswegen sind wir nach Portugal gekommen: einmal die Felsalgarve sehen. Immer wieder fuhren wir daran vorbei, stiegen aus und standen da mit offenen Mündern. So wunderschön sind die Kalkklippen im türkis blauen Meer. Die Formen sind immer wieder anders und verändern sich ständig durch die Bewegung des Wassers. Am dritten Tag machten wir eine Wanderung entlang der Steilklippen. Immer wieder kletterten wir auf und ab auf der Suche nach einem neuen tollen Blick. Die Wanderungen mit ihren Highlights zeigen wir euch hier.

#3 Cabo de São Vincente

Alex wollte immer mal einen Leuchtturm fotografieren. Schon in Irland waren wir auf der Suche, klapperten Dänemark und Norwegen ab und fanden „ihn“ endlich in Portugal. Es war ein regenerischer Tag und irgendwie kam keine gute Laune auf. Wir fuhren ins Inland begleitet von dicken Tropfen, versanken im Nebel und wussten gar nicht recht, was wir tun sollten. Wir beschlossen, dass wir einfach im Auto bleiben und durchs Land fahren. So fuhren wir durch den Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa komplett von Norden bis Süden. An der südlichsten Spitze Portugals liegt Sagres – eine bekannte Stadt, vor allem für portugiesisches Bier. Als wir am Leuchtturm nahe Sagres ankamen, riss auf einmal der Himmel auf. Alex stürmte aus dem Auto und nicht nur Alex stürmte. Der Wind pfiff über die Klippen, doch Alex war im Tunnelblick: das war der Augenblick für das perfekte Foto und weg war er. Er kletterte waghalsig die Klippen bis zu einem Vorsprung herab und hatte die perfekte Perspektive gefunden. Dann kamen die ersten Sonnenstrahlen durch die Wolken und auf einmal war alles in ein goldenes Licht getaucht. So wunderschön und wenn wir heute noch dran denken, dann wissen wir beide, dass es ein ganz magischer Moment war.

#4 Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa

Nach unserer Autofahrt war klar, dass wir noch einmal in den Nationalpark zurückkehren wollten. Also machten wir uns einen Tag auf und fuhren wieder dorthin. Diesmal wollten wir uns die tollen Klippen und Strände anschauen. Im Sommer ist hier Hochsaison der Surfer, denn die Wellen brechen ganz wunderbar in Strandnähe. Auch hier gibt es unglaublich viel zu sehen. Wir hielten uns an keine Karte, wir folgten immer wieder den Schildern, die einen neuen Strand oder Klippe auswiesen. Und so sicherten wir uns einen wunderschönen Tag mit einer ganz anderen Facette: Natur pur ohne große Bettenburgen. Vereinzelt trifft man auf Camper, die mit ihren Wohnwagen auf den Parkplätzen parken. Sie tun der Schönheit aber keinen Abbruch.

#5 Lissabon

Natürlich darf die Hauptstadt Portugals bei einem Besuch nicht fehlen. Von der Algarve fährt man über die Autobahn etwa 3 Stunden. Auf dem Rückweg sind wir dann aber doch lieber Landstraße gefahren. Die Mautgebühren sind einfach horrend. Wir hatten unser Hotel nahe des Praça do Marquês de Pombal. Von dort aus waren wir superschnell in der Stadt. Was wir genau in Lissabon unternommen haben, erfahrt ihr übrigens hier. Wir können an dieser Stelle nur sagen, dass die Alfama uns einfach umgehauen hat.

#6 Sintra – Palácio Nacional da Pena

Ganz ehrlich? Ich schaue über Weihnachten lieben gerne „Traumschiff“ und „Kreuzfahrt ins Glück“. Nicht wegen fesselnd guten Geschichten, viel mehr um neue Orte zu entdecken. Zu unserem Glück landete ein Pärchen im Palácio Nacional da Pena und von da an stand fest: wenn wir nach Portugal fliegen, dann ist ein Halt am Palast Pflicht. Wir haben es nicht bereut. Der Eintritt mit 13,30 Euro ist zwar nicht günstig, aber der Tränenpalast ist wirklich einzigartig. Auch hierüber werden wir euch bald seperat noch einmal mehr verraten.

#7 Azenhas do Mar

Hier lassen wir einfach Fotos sprechen, denn so sind wir auf den Ort aufmerksam geworden: Alex hat das Internet mal wieder nach Fotospots durchsucht und entdeckte so Azenhas do Mar. Man denkt gar nicht mehr, dass man in Portugal ist. Es könnte auch Griechenland sein. Das türkise Meer, dass sich einzigartig bricht, dazu die tollen Klippen. Wir haben hier den Sonnenuntergang genossen. Toller Tipp: Unten im Ort zwischen den Klippen gibt es ein tolles Restaurant. Es ist nicht das günstigste, garantiert aber einen tollen Blick und superleckeres Essen.

#8 Silves

In der Nähe von Alcantarilha – wo unser Ferienhaus war – liegt Silves. Kein wirklich besonderer Ort. Trotzdem haben wir die alte Burg von Silves besucht, um auch mal die Geschichte unserer Umgebung kennenzulernen. Ganz nett, vor allem die Störche. Im Frühling brüten die Störche in Portugal. In Silves haben wir echt viele Störche gesehen. So standen wir auf den Burgmauern und beobachteten die klappernden Schnäbel beim Nestbau. Für die Besichtigung solltet ihr mit Kaffee trinken nicht mehr als zwei Stunden einplanen. Ganz nett, aber nicht der Oberknaller.

#9 Portimão

Portimão hingegen war umso schöner. Unseren ersten Tag schlenderten wir durch die Stadt. Die kleinen Häuser mit den blauen Kacheln (Azulejos) sind ganz wundervoll. Wir haben uns einfach durch die Gassen treiben lassen, kamen auf einen Marktplatz mit Bäumen voller reifen Orangen und aßen Pasteis de Nata. Abends kehrten wir zurück, denn wir hatten von den Fischbrätern gelesen. Also kehrten wir im Restaurant „Dona Barca“ ein. Wir können euch dieses Restaurant nur ans Herz legen. Alex suchte seinen Fisch frisch an der Theke aus. In Butter mit einigen Kräutern gebraten, dazu Zitrone. So einfach und so perfekt. Wir werden uns immer an Portimão und den perfekten Fisch von Portugal erinnern.

#10 Faro

Unseren letzten Abend verbrachten wir in Faro. Auch hier schlenderten wir durch die Stadt und ließen uns einfach treiben. Faro muss man nicht unbedingt machen. Wir blieben dort nur eine Nacht, weil unser Flieger schon 7 Uhr morgens zurück nach Deutschland ging. Ganz nett: überall verstreut sind kleine Cafés und Bars. Die Innenstadt ist sehr sauber und nett gestaltet. Ansonsten gibt es nicht wirklich viel zu sehen. Unser Highlight: abends war das Spiel der Spiele – Benfica Lissabon gegen Porto. Wir suchten uns eine Bar, aßen leckere Tapas und genossen in den warmen Abendstunden einen Cocktail.

Leider war unser Aufenthalt schon wieder vorbei. Doch wir wissen schon jetzt, dass wir sicherlich nochmal zurückkehren werden. Der Norden fehlt uns leider noch komplett.

Möchtet ihr mehr Fotos von Portugal sehen? Dann klickt einfach hier.

17 Gedanken zu “Bem-vindo a Portugal

  1. traumhaft schöne Aufnahmen !! Ich hatte vor 4 oder 5 Jahren auch mal Portugal gebucht. Mussten den Urlaub wegen einer Knieoperation leider absagen ! Man muss das Land mal wieder auf die Liste setzen !!! VG Manni

  2. Ganz toller Beitrag, bin schon gespannt auf die nächsten! Ich bin ab Freitag für 2 Monate in Lissabon und werde hoffentlich viel rumkommen in der Zeit 🙂
    LG aus Neapel
    Karin

  3. Schöner Beitrag! Wir waren letztes Jahr zum ersten Mal dort und so begeistert, dass wir das Ganze gleich nochmal wiederholen. Danke für die Tipps!

  4. Wir waren Anfang dieses Jahres auch einige Tage im Alentejo unterwegs und haben unsere Zeit dort wirklich genossen. Portugal und seine Bewohner haben uns begeistert. Und wenn ich mir Deine Reisetipps so anschaue, gibt’s da noch mehr für uns zu entdecken. Vielen Dank für die Empfehlungen.

    Liebe Grüße,
    Monika und Petar

  5. Portugal ist wirklich ein tolles Reiseland. Meinen Städtetrip nach Lissabon, unser Inselhopping auf denAzoren und auch unsere Yoga&Surf Woche an der Algarve – das waren alles fantastische Urlaube. Ihr habt die Besonderheit des Landes mal wieder toll in Bild und Wort festgehalten. Schön, dass Alex sein Leuchtturmbild unter so besonderen Umständen schießen konnte. Ist doch viel cooler, als vor strahlend blauen Himmel;)

    Liebe Grüße
    Nicole

  6. Liebe Lisa,
    klare Feststellung: Felsentore gibt es nicht nur auf Malta 🙂
    Es ist, wie immer bei Euch, einfach nur schön sich durch die Artikel treiben zu lassen. Alleine die Bilder machen Lust auf Urlaub.
    Liebe Grüße
    Katja

  7. Klingt nach einer tollen Reise! Und der Tip mit der Unterkunft merke ich mir definitiv. Ein Roadtrip in Portugal steht schon länger auf meiner Liste. Ein paar schöne Städte kenne ich dank euch jetzt 🙂

    Und wie immer: Unfassbar schöne Fotos! 🙂
    Lieben Gruß

  8. Was für ein toller und vor allem einladender Bericht. Vor allem die Felsalgarve hört sich traumhaft an. Und deine Bilder sind der absolute Hammer! Portugal steht nun eindeutig auf meiner Liste 😉
    glg aus Ecuador

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