St. Vincent: Auf den Spuren von Fluch der Karibik

Fluch der Karibik: Captain Jack Sparrow, Rum, Strände, blaues Meer. Eine Filmreihe, die mich als Orlando Bloom Fan schon seit meiner Kindheit begleitet.
Und nun landeten wir auf einer Insel, wo Teile eben dieser Filmreihe gedreht wurden: St. Vincent.
St. Vincent und die Grenadinen sind ein eigener Inselstaat in der Karibik mit insgesamt 33 kleinen Inseln.
Die größte ist St. Vincent selbst und auf dieser Insel liegt auch die Hauptstadt: Kingstown.
St. Vincent ist eine sehr fruchtbare Insel: sattes Grün überwuchert die Insel. Und so reihten sich in früheren Zeiten Zuckerrohrplantage an Zuckerrohrplantage. Es ist also nicht verwunderlich, dass der größte Teil der Bevölkerung afrikanische Vorfahren hat. Wir kamen im Hafen von Kingstown an und schon auf den ersten Blick nahmen wir die hügelige Landschaft überwuchert mit Regenwald wahr. Freudig verließen wir das Schiff und hofften auf viele tolle Eindrücke und ein bisschen Charme von Fluch der Karibik. Wir sollten nicht enttäuscht werden. Hier sind unsere #6 Lieblingsspots von St. Vincent. Macht euch einen Rumpunsch und genießt unseren Bericht.

Trinkt aus Piraten, joho!

 

#1 Kingstown – Hauptstadt Feeling

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Mit etwa 13.000 Menschen ist Kingstown die größte Stadt von St. Vincent und den Grenadinen und gleichzeitig auch die Hauptstadt. Die Stadt wurde 1722 von den Franzosen gegründet. Trotzdem ist die Landessprache Englisch. Der Hafen liegt sehr zentral. Vor allem der Blick vom Schiff auf Kingstown faszinierte uns. St. Vincent ist an sich eine sehr hügelige Insel. Auch Kingstown liegt an einem Berghang und somit hat man einen guten Blick auf die vielen kleinen bunten Häuschen. Wer St. Vincent besucht, muss sich vorher klar machen, dass diese Insel nicht mit Reichtum überschüttet wurde. Die naheliegenden ABC-Inseln haben eine gut funktionierende Wirtschaft. St. Vincent hingegen war eine Insel, auf der viele Sklaven lebten und leider keine wirtschaftlichen Höhenflüge erreichte. So gibt es doch das ein oder andere verfallene Häuschen, kaputte Straßen und in unseren Augen heruntergekommene Ecken. Das soll aber gar nicht negativ sein: Der Charme von St. Vincent lebt gerade von diesem Bild: Das ist die Karibik pur – nicht aufgehübscht durch mit Palmen gesäumten Straßen. Hier ist alles echt.

 

#2 Leeward Highway – Panoramas in den Serpentinen

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Unser heutiges Ziel: Die Dark View Wasserfälle. Wir suchten uns am Hafen einen vertrauenswürdigen Taxifahrer, der uns für einige Dollars bis zu den Wasserfällen fuhr. Wir mussten in den Norden der Insel und fuhren so auf dem Leeward Highway die Westküste herauf. Der Leeward Highway stellte in unseren Augen schon fast den Höhepunkt dar. Erst steil ansteigend, dann wieder steil abfallend, sich windend entlang der Küste von St. Vincent. Panoramablick über Panoramablick. Wir dachten: Die perfekte Bucht – bis wir die nächste Kurve nahmen und wieder eine Bucht vor Augen hatten. Links von uns das türkisblaue Meer, dass sich an den schwarzen Vulkansandstränden brach, rechts das satte Grün des Regenwaldes. Je weiter wir nach Norden kamen, desto höher baute sich das Grün vor uns auf: Die Stämme wurden massiver, die Lianen länger, die Bäume höher. Jeden Ausblick haben wir genossen und uns schon jetzt wieder auf den Rückweg gefreut.

 

#3 Dark View Wasserfälle – Das kühle Nass im Regenwald

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Und dann ging es rein in den Regenwald. Auch hier in Kurven auf und ab, neben uns ein steil abfallender Hang gesäumt von Palmen und anderen Pflanzen. Die Blätter der Büsche wurden größer und größer. Hier hilft nicht mal eine Machete. Was nicht ständig freigehalten wird, wird einfach wieder überwachsen. Im grünen Licht fuhren wir weiter und weiter und dann waren wir am Ziel: Die Dark View Wasserfälle. Vom Parkplatz erreicht man die Dark View Wasserfälle innerhalb von 10 bis 15 Gehminuten. Der Weg ist relativ einfach gehalten. Allerdings gibt es eine kleine Überwindung zu meistern: Die Wasserfälle erreicht man nur, wenn man eine kleine Bambusbrücke überquert. Der erste Anschein war nicht sehr stabil. Auch beim Überqueren merkten wir, dass sie wackelte und ruckelte. Aber keinem ist was passiert, also wahrscheinlich nur deutsches Sicherheitsbefinden. Und dann hört man schon das Wasser. Vor dunklem Stein fallen die Wassermassen einige Meter. Vor allem die Kulisse ist sehr faszinierend. Man kann Pflanzen der Regenwaldes hautnah entdecken und wenn man Glück hat trifft man auch Geckos und Schnecken. Das Wasser ist frisch und klar. Für uns waren die Wasserfälle eine echte Abwechslung zum Meer und der Aufenthalt hat sich wirklich gelohnt.

 

#4 Wallilabou Bay – Fluch der Karibik hautnah

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Wer bis hierher gelesen hat, fragt sich “Und was hat das jetzt mit Fluch der Karibik zu tun?” Wir können sagen: Wir waren schon in Port Royal bzw. in einem Teil von Port Royal. Port Royal an sich liegt eigentlich auch der Karibikinsel Jamaica. Teile des Films mit Set Port Royal wurden aber auf St. Vincent gedreht. Hier in der Wallilabou Bay sind noch Reste der echten Filmkulisse zu sehen. Allerdings verfällt diese langsam. St. Vincent fehlt leider das Geld für auswendige Restaurierungs- und Erhaltungsmaßnahmen. Trotzdem finden wir den Spot sehenswert. Verweildauer kann man aber auf eine halbe Stunde begrenzen. Uns hat vor allem das blaue Wasser und der Steg gefallen. Und wir haben eine Ansammlung von Geckos getroffen, die Alex natürlich gleich fotografisch festgehalten habt. Wusstet ihr eigentlich schon eine witzige Geschichte über die Black Pearl? Die Black Pearl wurde für mehrere Millionen für die Filmreihe gebaut. Nach Abdreh des dritten Films wollte man sie restaurieren und dazu nach St. Lucia übersetzen lassen. Leider ist sie auf dem Weg dahin gesunken und liegt nun auf dem Meeresboden der Karibik.

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#5 Strand nördlich von Buccament – Verlassener Vulkanstrand mit kristallklarem Wasser

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Karibik, Strand, Meer. Das darf natürlich nicht fehlen. Auch in St. Vincent wollten wir unbedingt baden gehen – an einem dunklen Vulkanstrand. Unser Taxifahrer bekam den Auftrag uns an einen Strand zu bringen, der kein WLAN hat, kein Kiosk, keine Menschenansammlungen, nur Palmen und Sand. Und so landeten wir am Strand nördlich von Buccament. Wirklich traumhaft. Keine Liegen, kein Lärm, nur das Rauschen des Meeres. So hatten wir uns das vorgestellt. Der Strand fällt flach ins Wasser ab. Okay, nun die Frage: Gibt es auch unter Wasser etwas zu entdecken? Tauchermaske auf, Flossen an und los ging es. Der Vorteil zu weißem Sand ist, dass der dunkle Sand weniger Kalk enthält und deswegen schwerer ist. Er wird bei Wellengang und Strömung nicht so aufgewirbelt und die Sicht ist viel klarer. Doch wo tümmeln sich die meisten Fische? Wir vermuteten sie an den Felsen, die den Strand begrenzten und wir sollten Recht behalten. Vor uns tauchte eine gelbe Unterwasserwelt auf: Auf dem dunklen Sand leuchtete das Gelb umso heller. Unfassbar toll.

 

#6 Fort Charlotte – Perfekter Blick auf Kingstown

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Nun hatten wir viel erlebt. Mit Salz und Sand auf der Haut fuhren wir weiter den Leeward Highway Richtung Hafen in Kingstown. In Kingstown machten wir dann noch einen kurzen Halt am Fort Charlotte. Für den Rückweg war es noch ein perfekter Halt, um noch einmal einen kompletten Blick auf Kingstown zu bekommen. 1806 wurde das Fort zur Sicherung der Insel erbaut. Heute ist es das Frauengefängnis. Auch hier wurden Teile von von Fluch der Karibik gedreht. Für uns war es nur ein kurzer Stopp, wo wir das glitzernde Meer genossen und die letzten Sonnenstrahlen aufsogen, bevor wir zurück auf das Schiff stiegen. Wir gingen den Tag im Kopf noch einmal durch: Wir hatten viel erlebt und haben St. Vincent lieben gelernt. Landschaftlich eine der schönsten Inseln, die wir auf unserer Reise entdeckt haben. Faszination St. Vincent!

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13 Gedanken zu “St. Vincent: Auf den Spuren von Fluch der Karibik

  1. Der Fluch der Karibik ist eine Filmserie, die süchtig macht – auch uns. Daher würde uns so eine Reise nach St. Vincent sicher auch gut gefallen. Vor allem der Leeward Highway hat es uns angetan. Schöne Aussichtspunkte sind absolut unser Ding. Danke für den tollen Beitrag, Lisa.

  2. Es gibt wirklich gute Gründe mal ins Kino zu gehen 🙂 und wenn es nur der grandiosen Landschaften wegen ist.
    Bei diesen Bildern verstehe ich gut, wenn sich Menschen für Filmtourismus interessieren.
    Mein persönlicher Schwerpunkt aber wäre Reisen ohne Film 🙂

    Liebe Grüße
    Katja

  3. Hey,

    ich hab ehrlich gesagt von der Insel nie wirklich was gehört. Zumindest nich bewusst.
    Ein toller Reisebericht! Da sollten wir nächstes Jahr auch noch mal ein Halt machen wenn wir es schaffen sollten.

    Liebe Grüße

    Saskia

  4. Hallo und erstmal ein rießen Kompliment für eure Berichte.
    Könnt ihr mir sagen, wo ihr den Taxifahrer gefunden habt, was die ganze Tour gekostet hat und wie lange euch das Taxi umhergefahren hat ???

    Wir fahren im Dezember mit Aida hin =)

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