Schöne Aussicht vom Ryten

Über unseren Instagramaccount fanden wir ein interessantes Bild: Ein Mann saß auf einem Felsvorsprung in schwindelerregender Höhe. Unter ihm war ein weißer Strand an dem sich das blaue Meer brach. Das beste: Dieser Platz scheint auf den Lofoten zu sein – da müssen wir hin. Also recherchierten wir und fanden heraus, dass es sich um einen bekannten Felsvorsprung auf dem Berg namens Ryten handelte. Die To-Do Liste wurde also erweitert und natürlich auch abgearbeitet.

#1 Streckenbedingungen

route-ryten

Ausgangspunkt ist Medvollen. Dieser kleine Ort liegt in der Nähe von Fredvang. An der Hauptstraße findet ihr eine kleine Parkbucht an der Infotafel, wo ihr – wenn ihr mit dem Auto kommt – kostenfrei parken könnt. Der Ryten hat 543 m. Die Strecke ist teilweile sehr matschig, deswegen ist wasserdichtes und festes Schuhwerk unbedingt erforderlich. Teile der Strecke sind anspruchsvoll, da man über Steine klettern muss. Der letzte Streckenabschnitt ist sehr steil. Die gesamte Länge beträgt ca. 10 km.

#2 Anfahrt nach Medvollen

lofoten-bruecke-nach-medvollen

Bereits auf dem Weg nach Medvollen genossen wir die Landschaften der Lofoten. Von unserem Haus hatten wir etwa eine Stunde Fahrt vor uns. Wir fuhren vorbei an den steinigen Bergen und den glatte Seen. Kurz vor Medvollen machten wir einen Halt. Der Blick auf den Einangsvatnet fasznierte uns. Die Brücke, die man rechts klein auf dem Foto erkennt, ist übrigens der Weg nach Medvollen. Wenn ihr hier lang kommt, dann seid ihr richtig.

#3 Zwischen Ryten und Einangsvatnet

lofoten-einangsvatnet

Vom Parkplatz geht es über einen Feldweg. Das erste Stück des Weges weist nur eine minimale Steigung auf, kann aber matschig sein. Ihr kommt an zwei Häusern und einer Schafweide vorbei und passiert ein kleines Tor. Hier ist der Weg sehr breit und gut ausgetreten. Nach einiger Zeit wird der Weg steiniger und man muss ein bisschen klettern. Hier ist festes Schuhwerk notwendig. Auf etwa 200 m Höhe kommt ein kleiner See zwischen dem Ryten und dem Einangsvatnet. Der See ist spiegelglatt und hier findet man wieder die Ruhe der Lofoten: große Steine laden zum Verweilen ein. Hinter sich hat man einen super Blick über die Bucht Sandbotn. Wir haben die Aussicht genossen und Alex wusste jetzt schon, dass sich die Wanderung lohnen würde. Die SD-Karte der Kamera wurde schon hier gut gefüllt.

#4 Ausblick vom Einangsvatnet

lofoten-aussicht-einangsvatnet-2

Eigentlich hatten wir uns nur verlaufen, aber der Einangsvatnet ist von der Aussicht auch wirklich wundervoll. Um dorthin zu kommen, haltet euch am See links und geht über eine kleine Brücke. Dann lauft ihr einfach den Trampelpfad entlang bis ihr am Rand des Berges steht. Der Weg ist gut schaffbar: wenige Höhenmeter und wenig Kraxelei. Wenn ihr Tee dabei habt, ist hier der perfekte Ort für eine kleine Pause. Große Steine laden zum Sitzen ein. Von hieraus habt ihr einen tollen Blick auf den Torsfjordtinden und Fredvang. Vereinzelt fahren kleine Spielzeugautos über die Landstraße. Diese stören die absolute Ruhe aber nicht. Wenn ihr alles bestaunt habt, müsst ihr wieder zurück zum See.

#5 Erste Blicke auf den Ryten

lofoten-ausblick-ryten-2

Wieder am See angekommen haltet ihr euch nun rechts. Der Weg wird hier steinig und ihr müsst hier einige Kletterpartien einlegen. Außerdem wurde der Weg zusehends matschiger. Passt gut auf, die Steine sind teilweise sehr rutschig. Nach dem Kletterteil wird die Fläche wieder ebener. Nun hat man schon einige Höhenmeter geschafft. Ihr kommt an einem kleinen weißen Schild vorbei. Es zeigt euch, dass ihr auf dem richtigen Weg seid. Wenn ihr euch rechts haltet, könnt ihr auch zur Fredvanghütte aufsteigen, das haben wir nicht gemacht. Der Ryten liegt nun genau vor euch. Ihr passiert wieder einen spiegelglatten See. Solltet ihr den Abstieg zum Kvalvika Strand für diesen Tag ebenfalls geplant haben, dann umrundet den See und steigt hinab. Wir empfehlen allerdings sich für dieses Ziel einen ganzen Tag einzuplanen. Dafür gibt es auch noch eine andere Route, die wir euch bald vorstellen werden. 

#6 Steiler Weg auf den Ryten

lofoten-weg-nach-kvalvika

Nun wird es anstrengend: Noch ca. 350 Höhenmeter liegen vor euch, doch für jeden Schritt werdet ihr am Ende belohnt. Der Weg schlängelt sich langsam den Berg empor. Wobei, wie definiert man eigentlich Weg? Eher handelt es sich dabei um einen kleinen Trampelpfad, der sich immer mal wieder teilt. Hier lautet die Devise: Viele Wege führen nach Rom – oder eben auf den Ryten. Wir haben immer geschaut, welcher Weg am trockensten scheint, denn ab und an kreuzt auch mal ein Wasserlauf den Weg. Wir legten kleine Verschnauf- und Fotopausen ein. Die Aussicht war schon sehr toll. Doch dann waren wir da: die ultimative Aussicht wartete auf uns.

lofoten-ausblick-ryten

 

#7 Die Aussicht vom Ryten

lofoten-ryten-aussicht-lisa-2

Wir waren auf 543 Höhenmeter und konnten den kompletten Ausblick über die Bucht von Kvalvika genießen. Der Weg dahin hatte uns viel Schweiß gekostet, doch jeder Schritt hatte sich gelohnt. Der Berg ist oben sehr steinig und fällt steil ab. Phänomenal, wir waren echt beeindruckt. Wir hatten unser Ziel erreicht und es war so wunderschön. Oben angekommen war keine Menschenseele. Also nutzten wir die Zeit und schossen einige Fotos, tranken Tee und waren einfach nur stolz.

lofoten-ryten-aussicht-alex

Nun geht es wieder an den Abstieg. Der Anfang der Rückkehr ist einfach. Für die Kletterteile braucht man schon etwas länger. Insgesamt solltet ihr je nach Schnelligkeit für die Rytenwanderung einen Tag planen. Packt auf jeden Fall eine windfeste Jacke ein. Auf dem Ryten weht euch schon ein kaltes Lüftchen um die Ohren. Und: Nicht aufgeben, auch wenn der Weg sehr steil wird und immer wieder eine neue Bergkuppe auftaucht – der Ausblick entlohnt für alle Anstrengungen.

Mehr über die Lofoten findet ihr hier.

Ihr möchtet weitere Fotos anschauen? Dann klickt hier.

19 comments Add yours
  1. Da kann man in der Tat nur WOW sagen. Und – da möchte, nein, da will ich auch hin. Am liebsten gleich.

    Immer wieder hört und liest man, dass Norwegen ein Wanderparadies ist. Und ich war noch nie dort. Schade, sehr schade.

    Ich danke Euch für diese gelungene Wanderinspiration!

    Fussige Grüsse von LangsamMacherin Jana

  2. Diese Bergseen sind der Wahnsinn! Es sieht so ruhig und friedlich aus. Euer Text macht sofort Lust aufzubrechen. Die Lofoten sind noch so ein Traumziel von mir 🙂 Dank euch muss ich mich gerade schwer zusammenreißen, um meine Füße still zu halten und nicht sofort loszuziehen!

  3. Hi,
    also ich finde, alle Fotos sind der Hammer 😉 Die Lofoten kommen gleich mal auf meine Urlaubs-Wunschliste für 2017! Wisst ihr zufällig, zu welcher Jahreszeit man dort ggf. Nordlichter sehen kann oder habt ihr selber welche gesehen?

    Viele Grüße
    Imke

  4. Das geht mir auch oft so: Da sehe ich ein tolles Bild auf Instagram und will dann unbedingt dahin, immer dieses eine Bild vor Augen. Jetzt kenne ich eure Inspiration nicht, aber soviel kann ich sagen – das Foto mit dem Mann auf dem Berg sitzend hier in eurem Artikel ist der Hammer. Und ich brauche gar nicht mehr zu recherchieren. Steht alles hier. Artikel ist gespeicht.

    Lieben Dank
    Daniela

  5. Wow, was für eine Aussicht!
    Wie schön, dass sich der anstrengende Aufstieg gelohnt hat. Und so ist es doch dann meist, die wirklich schönen einmaligen Aussichten, die man womöglich auch noch für sich allein hat, die sind eben schwer zu erreichen. Und dann kann man sie nach all der Anstrengung auch noch mehr genießen.

    Die Fotos sehen richtig unwirklich aus. Als wäre das ein Ort aus einem Traum oder einer Werbung. Irre, was es für schöne Flecken gibt.

    Ich bin echt etwas neidisch auf diese Wanderung, auch wenn die für mich, mit Höhenangst, ganz sicher mehr als eine Überwindung wäre.

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog CicoBerlin

  6. Wie könnt ihr mich nur ständig so neidisch machen? Unverschämt! Haha, Spaß beiseite, wieder mal ein toller Artikel. Ihr habt mir dieses Reiseziel mit all euren tollen Berichten und Fotos echt schmackhaft gemacht. Ich will da auch hin! Und nochmal ein Kompliment an den Fotografen unter euch: Ich kann es nicht oft genug sagen, die Fotos sind unglaublich professionell!
    Liebe Grüße,
    Janet

Kommentar verfassen