Von Haukland nach Uttakleiv

Wie ihr sicher schon in unserem vorherigen Blogbeitrag gelesen habt, waren wir zwei Wochen auf den Lofoten und haben die Natur und die Landschaften dieses wirklich unberührten Erdenfleckchens genossen. Nun wollen wir diesen Beitrag mit unseren Tagestouren ergänzen, denn jeder einzelne Tag hatte so viel Wert, so viele wunderschöne Dinge, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Heute entführen wir euch zu unseren Lieblingsorten. An keinen Stränden waren wir so oft zu so vielen verschiedenen Tageszeiten: den Stränden von Haukland und Uttakleiv – zwei idyllische Orte, die nah beieinander liegen. Deswegen hier unsere Toptipps, wie ihr die beiden Orte miteinander verbinden könnt.

 

#1 Streckenbedingungen

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Ausgangspunkt ist der Strand von Haukland. Unser Navi hat uns super dorthin gelotst. Vor dem Tunnel befindet sich ein riesiger Parkplatz, wo ihr kostenlos euer Auto abstellen könnt. Der erste Teil der Strecke ist sehr eben und ein Schotterweg, also gut zu laufen. Das zweite Stück führt 175 Höhenmeter über einen Pass. Hier ist der Weg auch noch sehr gut, kann teilweise aber matschig sein. Festes Schuhwerk wird auf jeden Fall empfohlen. Wer diesen Teil nicht laufen möchte, kann die Teilstrecke einfach durch den Weg durch den Tunnel ersetzen, verpasst aber so einen wunderschönen Ausblick. Insgesamt hat diese Wanderroute eine Länge von etwa 8 km und ist auch für weniger trainierte Leute gut schaffbar.

#2 Haukland Strand

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Wir befinden uns am Haukland Strand. Bevor wir losgingen, wollten wir uns diesen natürlich auch anschauen: ein weißer feiner Sandstrand mit wunderschönem türkisen Meer. Sind wir in der Karibik? Naja, ein bisschen kälter war es schon und die Palmen fehlten, aber der Rest hätte eins zu eins in der Karibik sein können. Am Strand trafen wir keine Menschenseele. Das Wasser brach sich leicht am Strand. Witzig fanden wir den kleinen Fluss, der hier in das Meer mündete und mitten im Strand seinen Bachlauf zog. So plätscherte das Wasser vor sich hin. Während Alex einige Fotos schoss, sammelte ich ein paar Muscheln, die am Strand verteilt lagen. Die Ruhe war wunderschön.

 

#3 Beginn der Tour

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Rechter Hand des Parkplatzes beginnt die Wanderroute. Ihr passiert ein kleines Schafstor und kommt auf einen breiten Schotterweg, der um den Veggen führt. Der Veggen ist der Berg zu eurer rechten und hat eine Höhe von 489 m. Genießt die Aussicht auf Fjord namens Rævskjeran, die Bucht vor dem Haukland Strand. Am Wegesrand liegt viel Geröll und große Steine auf denen man rumkraxeln kann. Hört auf das Rauschen des Meeres und atmet die frische Luft. Dieser Streckenabschnitt hat keine Steigung und ist auch mit Kindern gut schaffbar.

 

#4 Die Felseninsel Tåa

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Ihr habt sie schon die ganze Zeit vor euch: die Felseninsel Tåa. Sie wird durch den Sund namens Tåsundet vom Festland getrennt. An einem wirklich sehr kleinen Strand, den man vom weiten nicht erkennt, kann man als Rastplatz nutzen und den Blick auf die kleine vorgelagerte Insel genießen. Das Wasser ist wirklich kristallklar und wunderschön blau. Hier sind die Wellen noch seicht und wer mutig ist und besondere Fotos machen möchte, kann auf den glitischen Felsen zum Wasser kraxeln.

 

#5 Die Steilwand des Veggen

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Wo vorher noch viel Geröll war, taucht nun eine riesige Steilwand auf. Sie wirkt so immens hoch, dass man nur noch staunen kann. An der Felseninsel vorbei wird die See rauer. Mit hohen Wellen prallt das Wasser gegen die Steinböschung. Der Weg ist immernoch sehr eben und einfach zu machen. Unter riesigen Felsblöcken stehen immer wieder Bänke an denen man ein kleines Picknick einlegen kann. Uns war das ganze irgendwie zu wage. Was, wenn das alles doch nicht so stabil ist? So suchten wir uns lieber einen großen Stein am Wasser, setzten uns und tranken einen Tee.

#6 Das Tal von Uttakleiv

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Nach Umrundung des Veggen eröffnet sich dann der Blick auf das Tal von Uttakleiv: ein wunderschöner Strand mit viel Geröll, aber auch weißem Sand, dahinter grüne ebene Wiesen mit einigen kleinen Häusern. Im Hintergrund trohnen die Berge Hatten, Tuva und Molheia und geben dem ganzen wieder dieses typische Lofoten Panorama. Die Berge sind von grünem Moos überzogen und überall fließt das Wasser von den Bergen. Zu unserer Rechten steht immernoch majestätisch der Veggen. Die linke Böschung besteht auch nur noch aus großen Geröllsteinen, die man beklettern kann.

 

#7 Der Strand von Uttakleiv

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Nun ist der Veggen umrundet. Die hallbe Strecke ist geschafft und man steht am zweiten Highlight dieser Tour: der Strand von Uttakleiv. Macht euch auf die Suche nach dem Auge von Uttakleiv, einer optischen Täuschen: Ein ballrunder Stein liegt in einer Kuhle von Wasser überzogen und wirkt bei der richtigen Perspektive wie ein Auge, was einen auf seinem Weg beobachtet. Die Brandung spritzt an den Steinen teilweise empor. Wenn ihr auf den Steinen langkraxelt, dann seid vorsichtig. Bei Flut werden die Steine vom Wasser überflutet und so setzen sich  dort viele Algen ab. Das bedeutet, dass einige Steine echt rutschig sind.

 

#8 Die Passhöhe Klumpan

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Nun muss noch die Passhöhe Klumpan überwunden werden. Wer lieber eine ruhigere weniger anstrengender Strecke laufen möchte, der folgt einfach der asphaltierten Straße durch den Tunnel zum Haukland Strand. Wen 175 Höhenmeter nicht abschrecken, der kann getrost über die Passhöhe klettern. Kurz vor dem Straßentunnel zweigt ein kleiner Weg nach links Richtung Passhöhe ab. Dieser Weg wurde früher übrigens als Pferde- und Karrenweg genutzt. Das kleine Haus am Anfang des Weges ist eine alte Dorfschule, die aber nicht mehr genutzt wird. Nun steigt ihr entlang des Weges auf gen Himmel. Dabei müsst ihr 17 Kurven nehmen. Hier ist festes Schuhwerk sehr wichtig, einige Stellen können matschig und rutschig sein. Oben angekommen hat sich jeder Tropfen Schweiß gelohnt. Ihr habt den perfekten Blick über das Tal von Uttakleiv.

 

#9 Die Moorfläche des Klumpan

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Und dann kommt ihr in eine ganz andere Welt: Der Klang der Wellen wird immer leiser, kein Lüftchen geht und vor euch eröffnet sich die Moorfläche. Nie waren wir an einem Ort der leiser war. Man hörte sogar das eigene Blut in den Ohren rauschen. Das Moor wird von Gras und Moos gesäumt. Nehmt euch ein bisschen Zeit, um diesen Ort der Ruhe zu genießen und selbst zur Ruhe zu kommen. Wir hatten Glück und die Sonne schien, sodass wir hier einige Zeit verbrachten, bis wir uns wieder zum Abstieg bereit machten.

 

#10 Der Abstieg zum Haukland Strand

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Was ihr hochgelaufen seid, müsst ihr natürlich auch wieder herabsteigen. Folgt einfach dem ausgetretenen Pfad und steigt mit dem Blick auf den Haukland Strand ab. Ihr habt wirklich einen tollen Ausblick. Große Teile des Pfades sind gut zu schaffen, wirklich kleine Teile sind ein bisschen zum Klettern, es hält sich aber alles im Rahmen. Bevor wir zurück zum Haukland Strand gingen, schauten wir uns noch den See an, den wir von oben entdeckten. Der Solstadvatnet mit seinem spiegelglatten Wasser war für uns die Perfektion in sich. Nun ging es zurück zum Haukland Strand, wo das geparkte Auto stand.

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Mit einigen vielen Fotostopps brauchten wir für die komplette Strecke etwa 5,5 Stunden. Wären wir durchgelaufen, hätten wir es in der Hälfte der Zeit schaffen können. Tipp: Bei klarem Himmel bzw. nur leicht bewölktem Himmel kann man am Haukland Strand super den Sonnenuntergang fotografieren.

Mehr über die Lofoten findet ihr hier.

Ihr möchtet weitere Fotos anschauen? Dann klickt hier.

16 comments Add yours
  1. wow – ich sollte echt aufhören, soviel in den tollen Reiseblogs zu lesen, die Fotos sind genial und nun hab ich wieder Fernweh. Mit welcher Kamera machst du deine Bilder?

  2. Diese Bilder! Wiedermal der Hammer! Ich glaube ich muss echt mal vorbeikommen und mit euch gemeinsam eine Fototour machen, um mir mal eure Tricks zeigen zu lassen. Vor allem der Strand von Haukland gefällt mir besonders gut! Weiter so! Und stellt die Bilder unbedingt auf eine Foto Stock Seite zum Verkauf, falls ihr das nicht eh schon tut, die kommen sicher richtig gut an!

  3. Sehr geil – aber mir echt zu einsam. Ausser ich würde plötzlich wie ein Mönch eine Art Schweigekloster suchen… Dann wäre das der perfekte Ort für viel Einsamkeit und Ruhe für Meditation.

    1. Hallo Goetz, genau das war, was uns an den Lofoten so super gefallen hat. Natürlich gibt es auch belebte Orte. Trotzdem kommt man einfach mal zu Ruhe. Jeder hat da seine eigene Sichtweise. Deswegen können wir froh sein, dass es so viele mögliche Reiseziele gibt 🙂

  4. Und da kann ich mich Agi und Daniele nur anschliessen! Totales Fernweh und super Fotos. Ich war kurz im Juni dort (als Teil der Baltic Sea Circle Rallye) — und obwohl ich total übermüdet war, waren die Lofoten einer der Höhepunkte der Tour. Das Bad im Nordatlantik war allerdings etwas kühl 😉

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