Prag – die goldene Stadt

Was macht man, wenn der nächste Urlaub noch in der Ferne liegt, aber man trotzdem mal andere Luft schnuppern will?! Eine Städtereise… Ziemlich schnell fiel die Wahl auf Prag. Da wollten wir immer schon mal hin. Mit dem Auto von Hannover ist Prag super zu erreichen: rauf auf die Autobahn und einfach 5 Stunden fahren. Nur ein kurzer Stopp an der Mautstelle direkt an der Autobahn war notwendig, denn wenn man in Tschechien Autobahn fahren will, braucht man eine Plakette, die man für 12 Euro kaufen kann.  Als Hotel wählten wir das Motel One. Hier haben wir bereits in anderen Städten gute Erfahrungen gemacht und auch in Prag glänzte das Zimmer der Low Budget Kette mit Sauberkeit und einer modernen Einrichtung. Die Lage war ebenfalls perfekt. Gleich gegenüber das Café Imperial, bis zur Innenstadt 5 Minuten Fußweg. Doch was hat Prag eigentlich so tolles zu bieten? Wir erzählen euch von unseren Highlights.

#1 Die Karlsbrücke – Prag überlaufen?

Das Wahrzeichen von Prag: die Karlsbrücke. Freunde, die vorher schon in Prag waren, warnten uns vor. Die Karlsbrücke sei einfach immer überlaufen. Wir stimmen dem zu 95% zu. Tagsüber war kein entspannter Spaziergang auf der Brücke möglich. An jeder Seite stehen Händler, die Bilder oder Karikaturen anbieten, dazwischen drängeln sich die Touristen mit ihren Selfiestangen und Trdelniks. An Fotos bei den Menschenmassen nicht zu denken. Was kann man dagegen tun? Wir hatten schon von vorne rein den Plan, die Karlsbrücke bei Sonnenaufgang zu fotografieren, also standen wir Freitag um 5 Uhr auf uns machten uns bei eisigen Temperaturen auf den Weg zur Brücke. Weg etwa 15 Minuten durch den Altstadtkern. Schon dort merkten wir, dass nur vereinzelt Menschen unterwegs waren. Auf der Karlsbrücke war so gut wie niemand: wir trafen zwei Fotografen und die pure Stille. Alex brachte die Kamera zum Glühen und wir beobachteten den immer heller werdenden Himmel. Um 7.30 Uhr machten wir uns zurück auf den Weg zum Hotel. Eine heiße Dusche und ein warmer Kaffee musste her, bevor wir uns wieder ins Getümmel warfen.

#2 Frühstück im Café Imperial

Wie beginnt man den perfekten Tag in Prag? Wir finden, dass er im Café Imperial beginnt. Gleich gegenüber des Motel One liegt dieses wunderschön geflieste Café. Dazu gehört auch ein Hotel – das Hotel Imperial. Trotzdem kann man das Café als Frühstücksoase besuchen… wenn man einen Platz bekommt. Das Café Imperial bietet Frühstück á la carte oder als Buffetform an. Wir wählten Buffetform und waren echt begeistert. Für 345,- tschechische Kronen (etwa 13 Euro) bekommt man alles, was das Herz begehrt. In dem Preis ist Saft, Kaffee und Tee mit eingeschlossen. Uns gefiel vor allem das Waffeleisen, an dem man sich eine frische Waffel backen konnte, sowie die große Auswahl an Eierspeisen und frischem Obst. Noch ein Vorteil: In dem Café ist Rauchen nicht erlaubt. Als Deutscher empfindet man das als Selbstverständnis, in Tschechien ist es üblich, dass in Bars, Cafés und Restaurants geraucht werden darf. Deswegen sollte man auch zusätzliche Kleidung einplanen. Übrigens: Im Café Imperial kann man auch Mittag und Abendessen. Wir haben uns lieber urige Tavernen gesucht. Dem tut es aber kein Abbruch: das Café Imperial hat uns schon ein bisschen verzaubert.

#3 Der Altstädter Ring

Hier entdeckt ihr die Schönheit der Altstadt. Ihr dreht euch um 360° und man sieht folgende Gebäude: das alte Rathaus mit der astronomischen Uhr, die Teynkirche, den Kinský-Palais und St. Niklas. Außerdem wird der Platz von vielen kleinen Restaurants gesäumt. Tagsüber ist der Platz gefüllt mit Touristen, die sich vor allem um die astronomische Uhr drängen. Sie ist eigentlich ganz schön, extra viel Zeit haben wir uns für die Uhr nicht genommen. Dafür haben wir einen echt guten Tipp für euch. Man kann auf den Turm des Alten Rathauses. Den ganzen Tag war eine lange Schlage und man konnte von unten sehen, wie sich die Menschen wie eine Viehherde durch den Turm drängelten. Am letzten Abend wollten wir noch ein paar Nachtfotos schießen. Da entdeckten wir, dass der Turm noch geöffnet hat und keine Menschenseele ansteht. Also haben wir uns schnell zwei Karten geholt und sind auf den Turm gestiegen. Oben waren vielleicht noch vier oder fünf andere Leute und wir hatten den Turm fast für uns allein: unsere Chance für ein paar Langzeitaufnahmen. Man hat einen tollen Blick über die schön beleuchtete Stadt. Schade, dass man die Karlsbrücke von hier aus nicht sieht, doch allein der Blick über die Kirchen und Häuschen ist den Aufstieg wert.

#4 St. Nikolaus Dom

Was für ein Gebäude, oder? Wir entdeckten es auf unserer Route „Hollywood in Prag“, die wir euch zeitnah vorstellen werden. Die Kirche im Barockstil liegt auf der Kleinseite nicht unweit der Prager Burg. 1283 wurde sie geweiht, wurde dann aber wegen zu wenig Platz im 17. Jahrhundert wieder abgerissen. So wie die St. Nikolas Kirche heute zu sehen ist, wurde sie zwischen 1703 und 1750 wieder erbaut und zählt nun zu den schönsten Kirchen in Prag – für uns sogar zu den schönsten Kirchen weltweit. In Tschechien ist sie ein Volkskulturdenkmal. Vor allem die 49 m hohe Kuppel faszinierte uns mit seinen Fresken. Der Innenraum besteht hauptsächlich aus rot meliertem Mamor und die riesigen Statuen von Bischöfen und Geistlichen lassen einen ganz klein wirken. Doch was hat St. Nikolaus mit Hollywood zu tun? Schaut euch doch mal die Ballszene aus Van Helsing an. Erkennt ihr den Innenraum der Kirche? Wir haben im Nachhinein recherchiert und ja, dort wurden Teile des Filmes gedreht. Angeblich gab es aber erstmal Auseinandersetzungen mit dem Kulturministerium, weil diese Angst um die Fresken hatten. Das Erzbischofstum stimmte dann dem Dreh aber doch zu, obwohl es in Van Helsing um Vampire und Dämonen geht.

#5 Die Prager Burg

Die Prager Burg gehört einfach nach Prag. Also nahmen wir uns für sie einen Tag Zeit. Von der Karlsbrücke braucht man bis zum Eingang etwa 10 bis 15 Minuten. Es gibt verschiedene Ticketsmöglichkeiten, die mehr oder weniger Gebäude als Eintritt einschließen. Wir wählten Zirkel B und schlenderten so durch die St. Veits Kathedrale, den Alten Königlichen Palast, die St. Georgs Basilika, das Goldene Gässchen und Daliborka Turm. Die Prager Burg ist wunderschön. Vor allem die St.Veits Kathedrale hat und wirklich fasziniert. Da es zur Prager Burg viel zu erzählen gibt, werden wir euch bald einen weiteren Beitrag darüber schreiben. Mit diesem folgen dann natürlich auch weitere Fotos. Nach der Prager Burg hat es uns ins „A Divadlo Pokračuje“ verschlagen, ein leines Café in der Nähe. Dort gab es für jeden ein Bier und eine Linsensuppe für umgerechnet 8 Euro. Über die Weinberge ging es dann zurück in die Innenstadt mit einem Marmeladenglas voller toller Erinnerungen.

#6 Durch die Prager Straßen schlendern

Sich einfach mal treiben lassen, das ist die Devise in Prag. Klar gibt es viel zu sehen, aber auch abseits der vollen Straßen finden sich auch kleine Schätze und zeigen das echte Gesicht der Stadt. Dabei legt Prag nicht wert auf Perfektion, sondern auf Gemütlichkeit. Überall findet man Cafés und Tavernen, bunte Türen schmücken die Hausfassaden und die alte Tram schlängelt sich um die Kurven. Nehmt euch Zeit für die Gassen abseits der breiten Straßen.

#7 Prag von oben

Am Ende des Karlsbrücke steht der Kleinseitener Brückenturm.Viele Touristen beschäftigen sich hier vor allem mit dem Kauf von Trdélniks (die ihr auch unbedingt probieren solltet) und übersehen den Eingang des Turms. Auch wir haben ihn nur zuföllig gesehen und dachten uns, dass wir uns mal einen Überblick über die Stadt verschaffen können. Und so fanden wir uns ganz allein auf dem Brückenturm wieder, obwohl auf der Karlsbrücke Rushhour war. Wir genossen die Aussicht und bereiteten uns zum Aufstieg auf die Prager Burg vor, die ihr übrigens inklusive der St. Veits Kathedrale am rechten oberen Bildrand seht. Die andere Kirche in der Mitte ist der oben genannte St. Nikolas Dom.

 

Prag ist auf jeden Fall eine Reise wert. Wir haben unser Wochenende hier sehr genossen. Die Altstadt ist wirklich wunderschön. Wer denkt, dass es überall tolle Altstäde zu sehen gibt, der hat zwar Recht, doch die Prager Altstadt ist wirklich einzigartig und umwerfend. Außerdem ist Prag alles andere als teuer. Man kann hier wirklich sehr günstig essen und trinken. Vor allem das Bier und Gulasch hat uns sehr gut geschmeckt. Wir waren im Februar hier. Es war wirklich kalt, deswegen raten wir euch, dass man doch eher in den wärmeren Jahreszeiten nach Prag fährt. Ansonsten lasst euch einfach von der Stadt treiben. Es gibt an jeder Ecke schöne Dinge zu entdecken.

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9 Gedanken zu “Prag – die goldene Stadt

  1. Hey ihr beiden,

    ich kenne nur Menschen, die von Prag begeistert waren, inklusive mir selbst und nun auch euch:)
    Wirklich schöne Spots habt ihr da wieder zum Fotografieren gefunden. Der Blick vom Rathausturm gefällt mir besonders gut. Da war ich nicht drauf, mich hatte der Blick vom Turm der Karlsbrücke aber auch schon begeistert. Übrigens ist gerade heute auch auf meinem Blog ein Artikel zu Prag online gegangen. Gemeinsam mit Jessica und Janet, zwei anderen Reisebloggerinnen, habe ich einen Roundup geschrieben. Jeder von uns hat seine drei schönsten Prag Highlights verraten. Vielleicht habt ihr Lust, euch noch anzuschließen?
    http://passenger-x.de/reisen/europa/tschechien/prag-geheimtipps-bloggerinnen-highlights/

    Liebe Grüße
    Nicole vom Reiseblog PASSENGER X

  2. Oh ja Prag ist wirklich ein Traum! Ich war vor zwei Jahren dort und hab mich gleich in die Stadt verliebt. Vor allem die Kombination aus historischen Gebäuden und modernen Restaurants oder Cafés hat mir gut gefallen. Meine Highlights waren definitiv der Altstädter Ring sowie die Karlsbrücke! Vor lauter Schwärmerei reizt es mich gleich wieder einen Kurztrip zu planen 😉

  3. Wunderschöne Fotos! Auch echt eine gute Idee die Karlsbrücke so früh zu besuchen und die Hollywood tour muss ich unbedingt machen falls es mich doch mal wieder nach Prag verschlägt, vielen Dank für die vielen Tips 🙂

    Lieben Gruß

  4. Prag war irgendwie bisher nicht so mein Fall – 2x da und 2x im strömendem Regen. 1x musste sogar die U-Bahn wegen Hochwasser gesperrt werden. Aber dein Bericht reizt mich, vielleicht sollte ich im Sommer mal hinfahren 😀

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