Prager Burg – Geschichte in Prag

Wusstet ihr, dass die Prager Burg das größte geschlossene Burgareal weltweit hat? Wir wissen es seit unserem Besuch. Schon aus der Altstadt hatten wir einen super Blick auf die Prager Burg und wussten, dass wir sie auf jeden Fall einen Tag besuchen wollten. Von der Karlsbrücke ist es bis zur Prager Burg nicht mehr weit. Man braucht von hier aus etwa 10 Minuten. Es geht gut bergauf. Oben angekommen hat man ein wunderschönes Panorama über die Stadt. Am Eingang der Prager Burg wird man durch einen Metalldetektor gelotst und die Taschen geprüft. Und dann steht man schon im Innenhof. Wir haben uns für Zirkel B entschieden: die mittlere Runde durch die Prager Burg. Hier findet ihr unsere Highlights.

#1 St. Veitsdom im Innenhof

Man sieht ihn schon vom Weiten: der St. Veits-Dom wacht auf dem Burgberg über Prag. Der Dom ist mit einer Länge von 124 m, einer Breite von 60 m und einer Turmhöhe von 99 m die größte Kirche in Tschechien. Kurz nachdem wir die Tickets gekauft hatten, standen wir dann vor ihr. Wir legten den Kopf in den Nacken, um die gotische Bauweise zu bestaunen. Immer wieder finden wir es faszinierend, wie so etwas gebaut wurde, wieviel Liebe in den Details steckt. 1344 war Grundsteinlegung und bis 1929 wurde an der Kathedrale rumgewerkelt – der St. Veitsdom ist ein Jahrtausendprojekt. Schon vom Äußeren beeindruckt, marschierten wir in die Kathedrale und wurden von der Größe einfach umgehauen: das mächtige Gewölbe, die glitzernden bunten Fenster. Im Vorraum drängten sich die Menschenmassen, die zu geizig für ein Ticket waren. Also huschten wir schnell an ihnen vorbei und begaben uns mit unseren Tickets in die abgesperrte Zone. Allein, dass hier fast keine Menschen waren, machte das Ticket unbezahlbar. Wir schlenderten durch das Kirchenschiff ganz in Ruhe. Der Lärm vom Eingang verebbte und man fühlte sich selbst ganz klein und unbedeutend in dem großen Gebäude. Vor allem die bunten Fenster und das Parallelrippengewölbe faszinierte uns. Und für Lisa: eine Orgel mit 4.475 Pfeifen.

#2 Alter königlicher Palast

Vom St. Veitsdom begeistert machten wir uns auf den Weg zum alten königlichen Palast. Auch hier waren nur wenige Touristen. Die meisten nutzen den freien Eintritt in die Burghöfe, richtig besichtigen scheint nicht so interessant für viele zu sein. Gleich beim Betreten steht man in einem riesigen Saal: der Vladislavsaal. 62 m lang, 16 m breit, 13 m hoch – hier wurden viele altertümliche Festlichkeiten abgehalten. Die Bauweise ist schön, aber viel zu sehen gibt es leider nicht. Da fanden wir die kleinen Räume interessanter. Man findet den Thronsaal, sowie die Essensräume, wo die Wände mit Stammbäumen und Wappen bemalt sind. Riesige Bücherregale mit alten, dicken und handbeschrieben Wälzern säumen die Wände. Insgesamt mal ganz nett zu sehen, umgehauen hat es uns nicht.

#3 St. Georgs Basilika

Stopp Nummer 3 fanden wir dann wieder umso schöner: die St. Georgs Basilika. Von außen erkennt man sie an der roten Fassade, die so aus den umliegenden Gebäuden hervorsticht. Die Kirche wurde bereits 921 erbaut und wurde zum ersten Kloster Tschechiens. Heute wird sie als kleiner Konzertraum genutzt und steht zur Besichtigung zur Verfügung. Viele Menschen zog es nicht hier her. Durch unseren vorherigen Besuch im St. Veitsdom wirkt die Basilika sehr klein und gemütlich. Die Holzdecke und die Rundbögen versprühen ein heimeliges Gefühl. Der Sandstein maßt an, dass man in südlichen Ländern unterwegs ist. Wirklich ein gemütlicher Ort, wo man Ruhe findet.

#4 Goldenes Gässchen

Wohl am bekanntesten ist das Goldene Gässchen. Hier wimmelte es nur so vor Touristen. Wisst ihr, warum es Goldenes Gässchen heißt? Kaiser Rudolf II engagierte Alchimisten, die hier Gold und den Stein der Weisen erzeugen sollten. Später waren die elf Häuschen vor allem Herbergen für Goldschmiede. Ein Jahr lang lebte auch Franz Kafka dort. Die Häuschen heutzutage sind kleine Souvenirläden, die von Postkarten bis Porzellan eigentlich alles anbieten. Ganz witzig: wenn man in die obere Etage der Häuschen geht, findet man eine Ritterausstellung. Von Ritterrüstungen, Schwertern bis hin zu Folterapparaten wird hier alles ausgestellt. Ganz interessant, was für Rüstungskonstruktionen manche Ritter trugen. Mode schien ihnen auch in Metallform wichtig zu sein.

Insgesamt hat unserer Rundgang durch die Burg etwa 4 bis 5 Stunden gedauert. Der Zirkel B war auf jeden Fall sein Geld wert, dabei waren unsere Highlights der St. Veitsdom und die St. Georgs Basilika. Nach unserer Besichtigung wollten wir über die Weinberge wieder zurück in die Stadt laufen. Vorher kehrten wir noch in ein kleines Lokal ein, aßen Linsensuppe und tranken Bier. Preis umgerechnet 6 Euro für beide. Abseits der Touristenpfade schlenderten wir wieder gen Karlsbrücke. Es war wirklich ein wundervoller Tag.

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5 Gedanken zu “Prager Burg – Geschichte in Prag

  1. Dein Bericht erinnert mich an unsere eigene Reise nach Prag vor vielen Jahren. Genau diese Orte haben wir uns damals auch angesehen. Nur den Weg durch die Weinberge kennen wir nicht.

  2. Da werden Erinnerungen wach 🙂
    Ich mag Prag sehr, ganz besonders in der Vorweihnachtszeit finde ich, hat die Stadt einen ganz besonderen Charme. Glücklicherweise mit sehr wenig Touristen.
    LG Katja

  3. Ach ist ja krass, obwohl ich dort war, wusste ich nicht, dass es das größte geschlossene Burgareal weltweit ist. Toll, wie ihr auch immer noch ein paar Infos dazu gebt, die ich bisher echt verpennt hab. Euren Prag Filmszenen Artikel fand ich ja auch klasse. Weiter so!

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